Leun, 12.01.2021, von Robin Neul

Verkehrsunfall: Anhänger kippt in Wohnhaus

THW-Helfer sichern Fachwerkhaus zur Bergung eines havarierten Abrollbehälters.

Der umgekippte Anhänger hat die Wand eines Wohnhauses durchbrochen: Dieser Anblick bot sich den THW-Einsatzkräften beim Eintreffen an der Einsatzstelle.

In den Abendstunden des 7. Januar kam es im Leuner Stadtteil Lahnbahnhof zu einem folgenschweren Unfall: Beim Abbiegen platzte ein Reifen am Anhänger eines landwirtschaftlichen Zuges, woraufhin der Fahrer die Kontrolle über das Gespann verlor und der Anhänger mitsamt Ladung in ein Fachwerkhaus stürzte.

Baufachberater beurteilt Statik des beschädigten Gebäudes

Auf Anforderung der Feuerwehr begutachtete ein Baufachberater des THW die Statik des angeschlagenen Gebäudes. Er kam zu dem Entschluss, dass eine Bergung des Containers nur nach umfangreichen Abstützmaßnahmen im Inneren des Gebäudes möglich sei. Durch die Kollision des Containers, der ca. 20 t Brennholz geladen hatte, mit der Hauswand, wurden tragende Elemente des Fachwerks beschädigt.

Schnelleinsatzgruppe stützt den beschädigten Gebäudeteil ab

Schließlich rückte die Schnelleinsatzgruppe (SEG) mit 14 Helfern und Helferinnen und 5 Fahrzeugen aus. Dabei kam auch der neue GKW I erstmals zum Einsatz. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass der Einbau von zwei sogenannten „Schwelljochen“ ausreichend ist. Nach einer Beräumung der Schadensstelle von Schutt konnte jeweils ein Trupp mit dem Aufmaß der zwei betroffenen Räume beginnen, während ein weiterer Trupp den mitgeführten Abrollbehälter Rüstholz entlud und die darauf verlasteten Zimmereisägen einsatzbereit machte.

Schließlich konnten die individuell angefertigten Streben, Schwellen und Unterzüge eingebaut werden und so das Gebäude vorläufig gesichert werden.

Aufwändige Bergungsarbeiten verzögern Einsatz

Zur Bergung des havarierten Anhängers wurde ein Bergungsunternehmen beauftragt. Mit einem 100-t-Autokran und den Seilwinden eines LKW-Bergefahrzeugs gelang nach langwierigen Bergungsarbeiten die Aufrichtung von Anhänger und Container. Dabei musste der Container vielfach neu angeschlagen werden, um durch den Zug nicht wieder in das Haus zurückzurutschen.

Den Bergungsprozess beobachteten die THW-Helfer und Helferinnen mit großer Aufmerksamkeit. Der Baufachberater hatte dabei ständig die Statik und Resttragfähigkeit der beschädigten Fachwerkstruktur im Blick.

Zerstörte Hauswand verschlossen

Nach Abschluss der Bergungsarbeiten durch das Bergungsunternehmen wurde die zerstörte Hauswand schließlich mittels OSB-Platten verschlossen, um das Gebäude gegen unbefugten Zutritt zu sichern und vor Witterungseinflüssen zu schützen. Nach der Übergabe der Einsatzstelle an die Feuerwehr und dem Verlasten der Ausstattung konnten die Einsatzkräfte gegen 06:15 Uhr die Einsatzstelle wieder verlassen.

Einsatznummer:1/2021
Eingesetzte Kräfte:0/2/12/14
Baufachberater
Eingesetzte Fahrzeuge:GKW I (2. TZ)
LKW 13 t WLF mit AB Rüstholz
LKW 11 t WLF mit AB EGS
MTW (2. TZ)
MzKW
Aufgaben:Abstützen und Aussteifen
Eigentumssicherung
Einsatzdauer:ca. 9 Stunden
Angefordert durch:Freiwillige Feuerwehr der Stadt Leun
Andere Einsatzkräfte:Feuerwehr
Polizei
Abschleppdienst

  • Der umgekippte Anhänger hat die Wand eines Wohnhauses durchbrochen: Dieser Anblick bot sich den THW-Einsatzkräften beim Eintreffen an der Einsatzstelle.

  • In zwei Räumen des Hauses errichteten die THW-Helfer sogenannte „Schwelljoche“ aus Holz, um die Last abzufangen, die ursprünglich von der Hauswand getragen wurde

  • An der Einsatzstelle richteten die Helfer einen Zuschnittplatz ein, um die für die Schwelljoche benötigten Kanthölzer und Bohlen nach Maß anzufertigen. Dazu kamen die Maschinen und Werkzeuge des Ausstattungssatzes Abstützsystem Holz (ASH) zum Einsatz.

  • Die Hauswand wurde durch die Einwirkung des Abrollbehälters im unteren Bereich um knapp einen Meter nach innen gedrückt

  • In dem mitgeführten Abrollbehälter Rüstholz sind Kanthölzer, Bohlen, Dachlatten und OSB-Platten zum Abstützen und Aussteifen von angeschlagenen Bauwerken sowie zur Gebäudesicherung gegen Witterungseinflüsse und unbefugten Zutritt einsatzbereit verladen. Er kann von den beiden LKW WLF schnell zur Einsatzstelle gebracht werden.

  • Premiere: Ein Werkstattaufenthalt des GKW I des 1. Technischen Zuges (TZ), der sonst überlicherweise vorrangig als Fahrzeug der SEG ausrückt, bescherte dem neuen GKW I des 2. TZ seinen ersten Einsatz

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