Hungen, 14.02.2021, von Marcus Krauße und Fabian Ganß

Hochwasser in Hungen

Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen aus Alsfeld und Wetzlar senken Pegel im Seegebiet bei Inheiden und Trais-Horloff.

Heftiges Schneetreiben erschwerte den Aufbau der Pumpen und Förderstrecken.

Am vergangenen Sonntag wurden wir gegen 18 Uhr in den Hungener Stadtteil Trais-Horloff alarmiert, um eine Entlastung für den Ablauf des Trais-Horloffer Sees (Inheidener Sees) zu schaffen. Bereits eine Woche davor war der angrenzende Riedbach aufgrund von Schmelzwasser und den vorangegangenen Niederschlägen so stark angestiegen, dass ein Damm in Inheiden überspült wurde und Wasser in das Seegebiet strömte. Daraufhin mussten die Anwohner des dortigen Wochenendgebietes evakuiert werden. Der Wasserstand des Riedbaches, der als natürlicher Ablauf des Sees dient, war in der Zwischenzeit kaum gesunken und noch immer höher als der Wasserstand des Sees, weshalb eine Rückschlagklappe zwischen See und Bach nicht öffnen konnte und immer noch weite Teile des Wochenendgebietes überflutet waren.

Mit Hilfe mehrerer Pumpen wurde Wasser auf Höhe der Alten Dorfstraße aus dem Riedbach in die nahegelegenen Auwiesen der Horloff gepumpt. Zum Einsatz kamen die Schmutzwasser-Kreiselpumpe (SwPu) 15 000 l/min der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr WP), sowie die SwPu 5 000 l/min und die Elektro-Tauchpumpe 11 000 l/min, die der Ortsverband Wetzlar für die örtliche Gefahrenabwehr bereithält. Um die Elektro-Tauchpumpe mit einer elektrischen Anschlussleistung von ca. 44 kW betreiben zu können, wurde außerdem die Netzersatzanlage (NEA) 200 kVA, das große Stromerzeugungsaggregat der Fachgruppe Elektroversorgung, in den Einsatz gebracht. Nahe der Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen sorgte die SwPu 5 000 l/min der FGr WP des OV Alsfeld für zusätzlichen Wasserabfluss in die Horloffaue. Der tatsächliche Gesamt-Förderstrom aller Pumpen lag bei ca. 30 000 l/min. Trotz überfluteter Flächen stromaufwärts des Riedbaches konnte der Pegel am Mittwoch bereits um 30 cm gesenkt werden, sodass sich die Rückschlagklappe leicht öffnen konnte. Am Freitag war die Klappe vollständig geöffnet und die Pumparbeiten konnten eingestellt werden.

Während des gesamten Einsatzes hatten die Helfer und das Material mit extremer Kälte, Schneefall und Eis zu kämpfen. Zwischen sechs und sieben Helfer waren zur Aufrechterhaltung des Pumpenbetriebes im Wechsel im Einsatz und trotzten den widrigen Bedingungen. Sie wurden abwechselnd durch die OV Gießen und Grünberg, deren Personal auch die Führungsstelle besetzte, in der Nähe der Einsatzstelle verpflegt. Die Kraftstoffversorgung für die eingesetzten Pumpen und Aggregate erfolgte durch einen Trupp Logistik Verbrauchsgüterversorgung des OV Dillenburg. Der Einsatz endete für den OV Wetzlar mit der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft am Freitagnachmittag in der Unterkunft.

Einsatznummer:3/2021
Eingesetzte Kräfte:1/5/16/22
Eingesetzte Fahrzeuge:PKW OV
MTW OV
MTW (2. TZ)
GKW I (1. TZ)
MzKW
LKW 7 t Lbw (FGr E)
LKW 7 t Lbw (FGr WP)
LKW 11 t WLF mit AB Pritsche/Ladekran
LKW 13 t WLF mit AB Mulde
Anh 12 t Lbw
Anh NEA 200 kVA
Anh SwPu 5 000 l/min
Anh SwPu 15 000 l/min
Aufgaben:Pumparbeiten
Einsatzdauer:ca. 119 Stunden
Angefordert durch:Stadt Hungen
Beteiligte OrtsverbändeAlsfeld (Pumparbeiten)
Dillenburg (Kraftstoffversorgung)
Gießen (Führung/Verpflegung)
Grünberg (Führung/Verpflegung)

  • Heftiges Schneetreiben erschwerte den Aufbau der Pumpen und Förderstrecken.

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